Speichertechnologie
15.01.2018

Bundeswehr setzt auf Brennstoffzellen von SFC Energy

Foto: SFC Energy
Brennstoffzellen können Fahrzeuggeräte und die mobile Ausrüstung von Soldaten mit Strom versorgen.

Brennstoffzellen-Batterien arbeiten heimlich, still und leise – Eigenschaften, die im Militär gefragt sind. Der bayerische Hersteller SFC hat nun einen weiteren Auftrag der Bundeswehr erhalten.

Brennstoffzellen sind nicht nur für die Autoindustrie interessant – auch im Militär finden sich Anwendungsfelder und Abnehmer. Ein Produzent für diesen Bereich ist SFC Energy aus Brunnthal in Bayern. Der Anbieter von stationären und mobilen Hybrid-Stromversorgern hat nun einen Auftrag des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) für Brennstoffzellen erhalten. Diese dienen zur netzunabhängigen Stromversorgung von Geräten an Bord von Verteidigungsfahrzeugen und für Soldaten im Feld.

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Der Auftrag hat ein Volumen von rund 860.000 Euro. Im Dezember erhielt SFC Energy bereits einen Großauftrag über 3,6 Millionen Euro von der Bundeswehr. Bei dem Geschäft handelt es sich um eine Folgeorder für ein Brennstoffzellensystem namens „Emily 2200“. „Dies ist ein wichtiger Auftrag für unser Unternehmen“ sagt Peter Podesser, Geschäftsführer von SFC Energy. Begonnen hat das Unternehmen mit Brennstoffzellen für Reisemobile, wie eine Sprecherin dem Magazin bizz energy berichtet. „Die professionellen Camper sind wir“, habe dann schon bald die Bundeswehr zu verstehen gegeben. Inzwischen würden Produkte von SFC Energy bei der Bundeswehr fest eingeplant und seien darüber hinaus für Nato-Strukturen zugelassen.

Leise Energie-Versorger für Soldaten

Eine Brennstoffzellen-Batterie wie die Emily ermöglicht den Betrieb verschiedener Verbraucher – beispielsweise Funk-, Navigations- und Nachtsichtgeräte, Laserentfernungsmesser oder tragbare Computer. Sie werden also als Versorger genutzt, die die Soldaten mit sich führen können. Diese Energiequellen haben klare Vorteile: Sie sind klein und damit tragbar, außerdem vergleichsweise zuverlässig, wartungsfrei und energieeffizient. Sie emittieren keine Abgase oder Wärme und sind daher beispielsweise für Infrarotsichtgeräte unsichtbar. Soldaten erlauben sie geräuscharme Fortbewegung und Stellungswechsel.

Während die Brennstoffzellentechnologie lange als Nischenprodukt gehandelt wurde, habe SCF Energy im militärischen Bereich „heimlich, still und leise“ einen Markt für sie gefunden, so die Unternehmenssprecherin. Die Technologie sei auch für die Sicherheitsbranche zunehmend interessant. SFC Energy profitiert von der Erhöhung der Verteidigungsausgaben – nicht nur bei der Bundeswehr. Das Unternehmen verkaufte bereits Ausrüstung an österreichische, französische, britische, belgische und sogar indische Spezialeinheiten.

Lieferungen auch an US-Army

Die US-Army wurde ebenfalls bereits beliefert. Letztere testet die Brennstoffzellen-Technologie auch für ihre Militärfahrzeuge, beispielsweise den Geländewagen Colorado von Chevrolet. Schließlich ist auch hier die geräuschlose und unerkannte Fortbewegung ein großer taktischer Vorteil.

Die Brennstoffzelle hat noch einen weiteren Vorzug: sie ist umweltfreundlich. Ein sauberes Geschäft machen sie aus dem Krieg damit allerdings nicht.

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Carsten Kloth
Keywords:
Brennstoffzellen | Speicher | Wasserstoff
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